Aktien, Fonds und ETFs – was eignet sich für wen?

Ihr wollt neben dem klassischen Sparbrief auch einmal Geld an der Börse investieren? Der direkteste Weg sind Aktien. Die könnt ihr aber auch über Fonds oder ETFs bekommen. Wir erklären euch die Unterschiede.

Aktien, Fonds und ETFs – was eignet sich für wen?
Aktien, Fonds und ETFs – was eignet sich für wen?

Die eigene Risikomentalität ist entscheidend bei der Geldanlage

Immer mehr Deutsche entdecken ihre Vorliebe für Aktien. 2024 gab es nach einer Erhebung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) gut 12,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger über 14 Jahre, die Aktien im Depot hatten – als Direktanlage, über traditionelle Aktienfonds oder über börsengehandelte Fonds (ETFs). 2019 waren es erst 9,7 Millionen. Sein Geld neben klassischen Sparprodukten auch an der Börse zu investieren, scheint also immer mehr zu reizen. Kein Wunder: Über Aktienanlagen sind oft deutlich höhere Rendite zu erzielen als über Zinspapiere – wenn es gut läuft. Und das ist wichtig. Denn weil es an der Börse immer wieder zu Schwankungen kommen kann, nehmen Aktionär:innen auch ein höheres Anlagerisiko in Kauf als Zinssparer:innen. Die möglichen Risiken hängen dabei auch mit der Art der Aktienanlage ab. Und die eigene Risikomentalität entscheidet am Ende, was man auswählt.

Aktien – ausgesuchte Stücke

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das ein Miteigentumsrecht an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Wenn man eine Aktie kauft, erwirbt man also einen Anteil am Unternehmen. Der Kurs der Aktie, also der Preis, für den man sie wieder verkaufen könnte, wird im Endeffekt von der Nachfrage bestimmt. Und die wird wiederum von sehr unterschiedlichen Faktoren beeinflusst: Die Gewinnentwicklung des Unternehmens, Veränderungen von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Energiewende, Veränderungen in der Geldpolitik, Unternehmensmeldungen, Kauf- oder Verkaufsempfehlung von Analysten und anderen Experten, die allgemeine Marktentwicklung et cetera.

Warum Aktien schwanken – und was du darüber wissen solltest
All das lässt den Kurs einer Aktie schwanken. Und da auch kleine Änderungen in der Wirtschaft unmittelbare Auswirkungen auf deine Aktien haben können, ist das Verlustrisiko nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst raten Experten dazu, nie nur auf eine Aktie zu setzen, sondern das Portfolio gut zu mischen.

Aktien kaufen – für wen lohnt sich das?
Wer Aktien kaufen möchte, sollte sich grundsätzlich mit der Börse auseinandersetzen und deren Mechanismen verstehen. Man braucht zudem Zeit, um die Entwicklungen zu beobachten und zu analysieren. Einzelinvestments in Aktien eignen sich daher eher für Anleger:innen, die zu etwas mehr Risiko bereit sind und Spaß daran haben, ein bisschen zu zocken.

Aktien sind kein Glücksspiel – aber wer mitspielt, sollte die Regeln kennen.

Fonds – die Sache den Profis überlassen

Das Aktienrisiko minimiert man also, wenn man auf mehrere Pferde setzt und die Papiere verschiedener Unternehmen bündelt. Läuft es bei dem einen dann mal schlecht, gleicht man mit dem aus, das gerade auf der Erfolgsspur ist.

Solch eine Mischung kann man aber auch fertig kaufen: Professionelle Fondsmanager:innen übernehmen die Zusammenstellung der Portfolios. Sie beobachten kontinuierlich die Entwicklung der Kapitalmärkte und balancieren die Risiken, dass sie zur jeweiligen Anlagestrategie passen – und dann auch noch möglichst besser abschneidet als der Markt.

Risiko im Fonds: Gut gestreut ist halb gewonnen
Durch die Anlage in verschiedene Asset-Klassen lässt sich das Risiko in Fonds breiter streuen. Zudem kann man selbst entscheiden, ob man einen eher sicherheitsorientierten oder etwas risikofreudigeren Fonds erwerben möchte.

Fondsanlage: Ideal für passive Investor:innen
Fonds eignen sich für Wertpapier-Sparende, die mehr Rendite erwirtschaften möchten, die Auswahl der Papiere aber lieber Profis überlassen. Wichtig: In welche Anlageklassen ein Fonds investieren darf und welche Strategie er verfolgt, steht in dem so genannten Verkaufsprospekt. Diesen sollte man sich vor dem Kauf aufmerksam durchlesen, um abzugleichen, ob der Fonds zu der persönlichen Risikobereitschaft passt.

Fonds bringen Struktur ins Depot – besonders für alle, die nicht tagtäglich in die Börsennachrichten schauen wollen.

ETF – Fonds light

ETFs, Exchange-Traded-Funds, sind börsengehandelte Fonds. ETFs orientieren sich oft an einem Vergleichsindex, dessen Wertentwicklung sie möglichst 1:1 abbilden wollen. Daher werden sie oft auch als Indexfonds bezeichnet. Die Wertentwicklung der Fonds ist leicht nachvollziehbar, denn sie folgt dem jeweiligen Index auf dem Fuß. Zusätzlicher Vorteil: Da ETFs deswegen oft passiv gemanagt werden, sind sie in der Regel günstiger als aktive Fonds.

So viel Risiko steckt in einem ETF
Ein ETF kann immer nur so gut abschneiden, wie der Index, den er abbildet. Auch hier kommt es also auf die Risikostreuung an. Wer möglichst sicher unterwegs sein möchte, sucht ETFs aus, die sich auf große, marktbreite Indizes beziehen, die möglichst weltweit und in unterschiedliche Branchen investieren.

ETFs: Ideal für kostenbewusste Anleger:innen
Auch hier sind in erster Linie Anleger:innen angesprochen, die sich keine Gedanken um die Aktienauswahl machen wollen. Gegenüber klassisch gemanagten Fonds haben ETFs den Vorteil, dass sie meist günstiger sind.

Wer wenig Zeit, aber klare Ziele hat, ist mit ETFs oft gut beraten.

Mit Fondssparplänen langfristig Vermögen aufbauen

Über Sparverträge fließen regelmäßig – meist monatlich – fest vereinbarte Sparraten in Fonds. Der Mindestbetrag liegt bei den meisten Anbietern bei 25 Euro.

Vorteile des Fondssparens: Kursschwankungen lassen sich einfacher ausgleichen. Für den gleichen Betrag bekommen die Anleger:innen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich viele Fondsanteile. Im Mittel wird so ein vorteilhafter Durchschnittspreis erzielt. Das nennt man auch den Cost Average Effekt (Durchschnittskosteneffekt).

Aktien sind die Würze in der Anlage

Mit Fonds oder ETFs – können Anleger:innen von den Chancen an der Börse profitieren. Mit Blick auf die zugleich bestehenden Schwankungen an der Börse, sollte aber niemals das gesamte Investmentbudget in eine Anlageklasse fließen. Der Aktienanteil ist eher dazu da, die Gesamtanlage etwas aufzupeppen. Ein sicherer Unterbau aus Zinspapieren, Rentenversicherungen oder einer eigenen Immobilie bleibt wichtig. Dabei auch die Rohstoffe, wie Edelmetalle, nicht vergessen.

MeinInvest – dein digitaler Anlage-Assistent

Auf den Geschmack gekommen? Dann finde jetzt mit dem digitalen Anlage-Assistenten MeinInvest über die PSD Bank München mit nur wenigen Klicks online eine Geldanlage, die zu dir und deinen Zielen passt. Dein Geld wird hier über eine Fondsvermögensverwaltung angelegt. Schau es dir am besten einmal an.

War dieser Artikel für Sie hilfreich?